Im August 2014 schloss das UVEK mit dem Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA) erstmals eine Vereinbarung ab. Damit wurde der Abfallsektor in die schweizerische Klimapolitik integriert und dazu verpflichtet, einen angemessenen Beitrag an die klimapolitischen Ziele der Schweiz zu leisten. Die KVA wurden im Gegenzug von einer Teilnahme am Emissionshandel (EHS) befreit. Die Vereinbarung lief bis Ende des Jahres 2021.
Bereits 2018 wurden die Arbeiten für ein Nachfolgeabkommen aufgenommen. Für den VBSA war schnell klar, dass ein neues Abkommen auf einem neuen Ansatz basieren muss. Insbesondere wollten wir abklären, welches Potenzial die Technologie der CO2-Abscheidung bei der Anwendung auf KVA-Abgase haben könnte. Ein entsprechender Auftrag wurde an das sus.lab der ETHZ mit folgender Fragestellung erteilt
"Der VBSA will wissen, welche Möglichkeiten zur CO2 Abscheidungen aus KVA Reingas , sowie welche Möglichkeiten zur Speicherung und Weiterverwertung des CO2 in industriellem Massstab umsetzbar sind bzw. demnächst werden könnten.
Der VBSA ist insbesondere an folgenden Indikatoren interessiert:
Energieverbrauch pro Tonne abgeschiedenes CO 2 . Aufgeschlüsselt in Wärmeverbrauch und Stromverbrauch
Sonstige OPEX relevante Betriebsmittelverbräuche pro Tonne abgeschiedenes CO 2
Investitionskosten einer Abscheidungsanlage im industriellen Massstab (Grössenordnung 20'000t CO2 pro Jahr)
Footprints (m2) einer Abscheidungsanlage"
Während wir zusammen mit sus-lab und der KVA Linth an diesem Projekt arbeiteten, stellte NR Verena Herzog (SVP, TG) in der Frühjahrssession 2019 dem Bundesrat die Frage, ob alle Schweizer KVA mit Anlagen ausgerüstet werden könnten, die das CO2 aus dem Rauchgas filtern.
Der Bundesrat antwortete vorsichtig positiv. Er verwies aber auf ein laufendes Projekt des VBSA mit der ETH Zürich, das sich genau dieser Frage widmet.
Kurze Zeit später lagen die Projektergebnisse vor. Darauf basierend publizierte der VBSA zusammen mit sus.lab ein Positionspapier zum Konzept "Carbon Hub", und stellte dieses Konzeptes an seiner Generalversammlung 2019 zur Diskussion.